60. monatlicher Videochat

Die Gespräche bei diesem Videotreff kreisten zunächst um einige überraschende Ergebnisse bei der Versteigerung einzelner Lose der Sammlung "Mare Baltikum", die in der gerade abgehaltenen Köhler-Auktion erzielt wurden.

Einige Neuerwerbungen von Friedhelm Doell (äußerst seltene Stempel der Post von Displaced Persons), Olaf Hoffmann (aptierte Sowjetpoststempel 1942 und lettische Stempel) sowie eine Fülle von seltenen estnischen Belegen (Oliver Hanschmidt) wurden vorgestellt.

Einschreiben aus Arensburg 1919 VS

Dieses Einschreiben aus Arensburg auf der estnischen Insel Saaramaa (nicht zu verwechseln mit Ahrensburg nördlich Hamburg) vom 19.04.1919 nach Frankfurt/Main (Ankunft 13.05.1919) fällt auf durch den Zeilenstempel "Kuresaar" nebst Datumstempel und den handschriftlich überschriebenen R-Zettel.

Einschreiben aus Arensburg 1919 RS

Die 15-Kopeken-Marken im Sechserblock sind sehr selten anzutreffen.

Aus Sicht der Abonnenten von Neuheiten der Estnischen Post verlässt diese gerade den Bereich einer nachvollziehbaren Anzahl von Neuausgaben an Briefmarken. Während immer weniger Briefe geschrieben werden, was zum Abbau der Postämter in ganz Estland im Jahr 2026 auf nur noch 19 führen wird, steigen die Markenausgaben auf einen Betrag von fast 90 € im 1. Quartal 2026 – Marketing pur. Sammler zahlen ohne Gegenleistung einer Beförderung und dienen somit nur der Finanzierung der estnischen Post.

Der nachstehende Text erinnert an den Rückzug der Sowjetrussen aus Estland und den Einmarsch der deutschen Truppen ("Reichskommissariat Ober-Ost"), 2 Tage vor erstmaliger Verlesung des Unabhängigkeitsmanifestes und damit der Proklamation der freien Republik Estland am 23.2.1918.

Er wird ergänzt durch die erste Briefmarke der Republik Estland zu 5 Kopeken mit dem Blumenmuster und einen Ersttagsstempel vom 19.12.1918.


Zum Frieden

Am 21. Februar (1918) sandte der deutsche Außenminister von Kühlmann eine Antwort auf das Telegramm des Rates der russischen Kommissare, in dem letztere mitteilten, dass sie die deutschen Bedingungen (des Rückzuges aus Estland) annehmen.

Ein Punkt in der Antwort betrifft auch direkt Estland.

§ 3 besagt: Livland und Estland werden unverzüglich von russischen Truppen und der Roten Garde geräumt. An ihre Stelle tritt die deutsche Polizei, die so lange vor Ort verbleibt, bis die öffentliche Sicherheit und die staatliche Ordnung im Land gesichert sind. Alle Einwohner, die aus politischen Gründen inhaftiert wurden, sind unverzüglich freizulassen.

Unser monatlicher Videochat, bei dem jede/r mit Interesse an der Philatelie des Baltiums herzlich willkommen ist, findet an jedem ersten Samstag im Monat um 17 h MEZ statt (mehr technische Informationen dazu hier).

Nächster Termin: 2. Mai 2026

Spezielles Thema: noch keines

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Dem Zoom-Meeting beitreten mit:
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59. monatlicher Videochat

Nach einer Kurzinfo über die Philatelia München (siehe separater Beitrag) berichtete Olaf Hoffmann von seinem Besuch auf der FIP-Weltausstellung, die vom 4.–8.2.2026 in Dubai stattfand.

Eingangshalle

Eingang zur Ausstellungshalle mit attraktivem Entree

Blick vom 'The Link'

Olaf als Betreiber eines Gourmet-Blogs liess es sich natürlich nicht nehmen, einige Spitzenrestaurants zu besuchen, hier im "The Link" das von Madame Le Pic, mit atemberaubenden Ausblick auf die Dubaier Hochhauskulisse (links hinten der Burj Khalifa, das höchste Bauwerk der Welt)

Nach dem Artikel von Ruud van Wijnen in der BALTIKUM Nr. 20 über Wertbriefe aus Lettland kramten etliche Mitglieder in ihren Beständen nach vergleichbaren Stücken.

Simon Schütt fand diesen Beleg, der sogar schon am 23.4.1919 versandt wurde, von Talsi in Lettland nach Jena in Deutschland.

Brief von Talsi nach Jena VS

Vorderseite

Brief von Talsi nach Jena RS

Rückseite

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Nächster Termin: Ostersamstag, 4. April 2026

Spezielles Thema: noch keines

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Intensive Kontakte auf der Philatelia München

Es gibt noch Messen mit gutem Publikumszuspruch. Das bewies die Philatelia München am Eröffnungstag. Erst gegen etwa 15 Uhr flauten die Besucherzahlen etwas ab, ein normales Phänomen. Am Sonntag ließ sich der Erfolg zwar nicht wiederholen, doch verraten die Reaktionen der Berufsphilatelisten, dass die Philatelia überdurchschnittlich abschnitt. Diesen Erfolg dürfen sich die Organisatoren des APHV um Wolfgang Lang und Stefan Lutter auf die Fahnen schreiben.

Die Messemannschaft unserer Arbeitsgemeinschaft führte zahlreiche interessante Gespräche mit Besuchern und Kollegen anderer Arbeitsgemeinschaften. Schaut man auf die Größen der Länder, die so viele Einwohner wie München, Hamburg und Berlin haben, ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Philatelisten sich mit dem Baltikum zumindest schon mal beschäftigt haben. Das letzte Exemplar des Bahnpost-Buches, das Oliver Hanschmidt vorgelegt hat, konnten wir ebenso verkaufen wie einen Teil der Restbestände unserer Briefmarken auf Privatbestellung zum Vereinsjubiläum. Unsere Messemannschaft bestand dieses Mal aus Friedhelm Doell, Reinhard Heinrich, Olaf Hoffmann, Thomas Löbbering und Torsten Berndt.

Selbstverständlich tauschten wir uns auch untereinander aus und vertieften die Kontakte vornehmlich zu den Aktiven im Raum München. Mit Vertretern der Fachpresse sprachen wir ebenso wie mit Berufsphilatelisten, in deren Angeboten alle Beteiligten das eine oder andere Kleinod für ihre Sammlungen fanden. Der Besuch der Messen, insbesondere der Philatelia München, lohnt sich stets.

Ergänzung zum Bild rechts: Der gezeigte Sonderkatalog des Auktionshauses Köhler zeigt die demnächst zum Verkauf stehende Sammlung "Mare Baltikum". Wir versandten ihn zur Ergänzung des Literaturbestandes an ArGe-Mitglieder, die darum gebeten hatten.

 Messestand Philatelia 2026

Stellvertretend für die Messemannschaft stellten sich Friedhelm Doell und Olaf Hoffmann dem Photographen.


58. monatlicher Videochat

Die Artikel über Wertbriefe aus Estland und Lettland in der BALTIKUM Nr. 20 / 2025 veranlassten Michael Wieneke, in seinen Beständen auch nach Wertbriefen aus Litauen zu schauen. Und siehe da, er wurde fündig:

 Wertbrief Litauen–Niederlande 1939 - Avers

Hier ein Beispiel: Wertbrief von September 1939 in die Niederlande, Gewicht 17 gr, Wertangabe: 7.500 Litas = 3.750 Goldfranken.

 Wertbrief Litauen–Niederlande 1939 - Revers

Der Brief ist mit 14,45 Litas freigemacht. Bei einem Brief der 1. Gewichtsstufe beträgt das Porto 0,60 Litas Briefgebühr + 0,60 Litas für das Einschreiben. Für den Versicherungswert von 7500 Litas ist die Versicherungsgebühr und eventuelles Porto für den Siegellack und die Siegelung mangels Literaturangaben nicht nachvollziehbar.

Die Website des verstorbenen Sammlerkollegen Sijtze Reurich aus den Niederlanden ist offline; die ArGe Baltikum wird sich bemühen, die dort gesammelten Informationen zu den Postgebühren zu erhalten.

Für die Fortführung der Stempelnummerierung von Wolfgang Strobel in Bezug auf die Displaced Persons Mail der Britischen Zone wurde Friedhelm Doell empfohlen, eine eigene Nummerierung (mit Bezug auf die Strobel-Nummerierung) zu definieren.

 Auslandsbrief Lettland-USA vom September 1991 - Avers

Olaf Hoffmann zeigte einige besondere Neuererwerbungen, u.a. Westarmee-Überdrucke und Belege der Dt. Besetzung in Lettland im 2. Weltkrieg. Eine Ganzsache mit 1.000 Kopeken = 10 Handstempel-Werteindrucken zu je 100 Rubeln, leider gefälscht zum Schaden der Post, aber echt gelaufen (siehe den OCR-Code, das gelbe KB und das rosa A9 auf der Rückseite), vom 19. Januar 1991 für einen Auslandsbrief in die USA zeigt die rasch gestiegenen Postgebühren in Lettland nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit und vor der Einführung einer eigenen Währung.

 Auslandsbrief Lettland-USA vom September 1991 - Revers

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Nächster Termin: wegen der Philatelia München ausnahmsweise verschoben auf den 2. Samstag im Monat, den 14. März 2025 um 17 h

Spezielles Thema: unter anderem wird Olaf Hoffmann von der Weltausstellung in Dubai (4.–6.2.2026) berichten

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57. monatlicher Videochat

Nach einem netten Neujahrsgeplauder zeigte Olaf Hoffmann einige seiner Neuerwerbungen. Neben einem Beleg von einem Ort imt direktem Verwandschaftsbezug (zu dem zukünftig etwas veröffentlicht werden soll) fand u. a. ein Brief des schweizerischen Generalkonsulats von Riga in die Schweiz Interesse. Nach offiziellen Quellen gab es dort bis 1940 ein Konsulat in Riga (aber kein Generalkonsulat). Der rückseitige Stempel belegt jedoch ein solches.

Brief von Riga in die Schweiz - Avers

Brief der mit Maschinenschrift in Generalkonsulat geänderten Vertretung der Schweiz in Riga vom 3.11.1938, unten der rückseitige Absenderstempel.

Brief von Riga in die Schweiz - Revers

Friedhelm Doell zeigte einige Bankenbriefe aus Estland. Die estnische Staatsbank "Eesti Pank" hatte im Inland – wie staatliche Behörden sonst auch – das Privileg der Portofreiheit, musste aber die Brief in Listen führen, deren Nummern links unten auf der Umschlagvorderseite zu schreiben waren. Ins Ausland musste jeder Brief der Eesti Pank jedoch frankiert werden.

Andere Banken mussten im Gegensatz zur Eesti Pank jeden Brief, auch im Inland, freimachen.

Brief nach New York

Brief der Eesti Pank vom 21.VIII.1928, nach der Währungsumstellung von Mark und Penni auf Kroon und Senti, an die "Federal Reserve", die US-amerikanische Zentralbank, und dort an die Bibliothek des "Board of Governors", des 7-köpfigen Vorstands. Diese ist in Washington D.C. angesiedelt; der Brief kam trotz falscher Schreibung des Ortsnamens (mit "deutsch gesprochenem sch") und fehlender Landesbezeichnung aber wohlbehalten dort an.

Die in Tallinn geführten Börsenkurse wurden regelmäßig an andere Nationalbanken gesandt und dort dokumentiert. Da diese Kurse vielfach versandt wurden, wurden sie gedruckt, was auch der Versand als Drucksache ("Trükitöö") belegt.

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Nächster Termin: 7. Februar 2026

Spezielles Thema: noch keines

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