Entstanden aus: Arbeitsgemeinschaft Estland e.V. + Forschungsgemeinschaft Lettland + Forschungsgemeinschaft Litauen e.V. + Nederlandse Filatelistengroep "Het Baltische Gebied"
Nach einigen Neuerwerbs-Vorstellungen der Teilnehmer berichtete Thomas Löbbering vom Treffen der europäischen Estland-Prüfer in Finnland mit einigen internen Vorträgen zur gegenseitigen Weiterbildung.
Jaan Roots kündigte dort einen größeren Artikel über die estnischen Postverbindungen nach Europa 19181919 an:
Am 12.12.1918 stießen zwei Züge auf der Breitspurbahnstrecke zwischen Tallinn und Tartu zusammen, kurze Zeit darauf gab es durch Rebellen eine Brückensprengung. Damit wurden die Bahnverbindungen von Tallinn nach Süden unterbrochen.
Die Post von Orten nördlich der Unterbrechung wurde nach teils wochenlangen Liegezeiten über den Seeweg FinnlandSchweden nach Deutschland tranportiert.
Südlich der Unterbrechung wurde sie über Walk/Valga in die Ober-Ost-Administration gegeben, die bis 26.12.1918 (Schließung Postamt Riga), danach noch bis 2.1.1919 funktionierte. Nach dem 2.1.1919 wurde die Post in Tartu gelagert bis zum Ende der sowjetischen Besetzung; dann übernahm die estnische Post. Da in Lettland Bürgerkrieg herrschte, wurde auch diese Post jedoch zunächst über Finnland und Schweden nach Europa geleitet.
Wir sind gespannt auf die Details!
Michael Wienecke stellte einige Belege aus Estland vor, die mit der Zeppelinfahrt zur Weltausstellung 1933 in Chicago befördert wurden. Dies war eine Dreiecksfahrt Deutschland Südamerika Nordamerika Deutschland, was durch den bekannten dreieckigen Stempel auch verbildlicht wurde. Aus Estland sind nur ca. 10 bis 15 Zuleitungsbelege zu dieser Chicagofahrt bekannt.
Der abgebildete Beleg zeigt eine eingeschriebene Postkarte vom 9 X 33, per Flugpost über Berlin C 12.10.33 nach Friedrichshafen und von dort mit der genannten Rundfahrt nach Chicago Ankunft 26. Oktober 1933 befördert.
Da vor dem 1.5.1934 keine speziellen Zeppelinpostgebühren definiert waren, wurden solche Belege meist als Flugpost frankiert, so auch hier: 12 Senti für die Auslands-Postkarte, 20 Senti Einschreibegebühr und 60 Senti Zeppelingebühr für Postkarten = 92 Senti gesamt.
Unser monatlicher Videochat, bei dem jede/r mit Interesse an der Philatelie des Baltiums herzlich willkommen ist, findet an jedem ersten Samstag im Monat um 17 h MEZ statt (mehr technische Informationen dazu hier).
Spezielles Thema: noch keines
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.Dem Zoom-Meeting beitreten mit:
https://us02web.zoom.us/j/85338222428?pwd=WGpZRXJTZVpnSnB6eHg4Ukx2aFVHdz09
Mit einer rundum gelungenen Veranstaltung schrieben sich der Philatelisten-Verband Nordost, die Briefmarkenfreunde Bernau, die Forschungsgemeinschaft Berlin und der Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein von 1901 in die Annalen ein. Die Bephila in Bernau, eine deutsch-schwedische Bilaterale, bestach durch ihre Vielfalt. Das galt für die Ausstellung, das Vortragsprogramm, die teilnehmenden Händler und die Arbeitsgemeinschaften gleichermaßen. Somit kamen nicht nur Besucher, die ihr Interesse Schweden zugewandt haben, auf ihre Kosten.
Zur Baltikums-Philatelie, insbesondere zur Postgeschichte der russischen Herrschaft über Estland, Lettland und Litauen wurden uns am Stand der ArGe Baltikum viele Fragen gestellt. Wir verteilten einige Exemplare unserer Zeitschrift BALTIKUM und können hoffen, dass die Kontakte Bestand haben werden. Natürlich frischten wir auch den einen oder anderen alten Kontakt auf.
Michael Haslau, Olaf Hoffmann und Torsten Berndt leisteten den Standdienst an den drei Tagen. Dank der guten Besetzung konnte jeder auch die Ausstellung besichtigen und in den Angeboten der Händler stöbern. Sogar die Unterstützung anderer Vereine war möglich. Die drei Tage in Bernau haben sich gelohnt.
← Torsten im Gespäch mit Wolfgang Maassen
Olaf und Torsten sind für Anfragen bereit →
↓ Blick in die Ausstellungshalle
Die BALTIKUM 21 ist gedruckt und wird an die Mitglieder verteilt.
Der Artikel von Thomas Löbbering über den Beginn der Zivilluftfahrt in Estland wurde im Festband zu "50 Jahre ArGe Luftpost" abgedruckt.
Friedhelm Doell stellte Belege von Incoming Mail an Displaced Persons 19451949 vor.
Auch Olaf Hoffmann präsentierte einige Neuwerwerbungen, diesmal aus Lettland:
Gleichwohl es lettische Marken aus der Sowjetzeit gibt, die nach Ungültigkeit des Sowjetrubels später in lettischen Rubeln oder Lats mit gleicher Nominale, aber (aufgrund der anderen Währungseinheit) deutlich höherem Wert wieder in Umlauf kamen, handelt es sich bei der hier gezeigten lettischen Ganzsache in ungültiger Sowjetrubelwährung nur um einen aufgebrauchten Umschlag mit ErinnerungsStempel vom 21.10.91.
Jaan Roots stellte einige Beispiele aus seiner mehrfach Goldprämierten Estland-Sammlung vor, mit der er gerade auf der NORDIA 2026 den Grand Prix International gewonnen hatte. Die Sammlung besticht durch weltweit einzigartige Seltenheiten; hier: eine telegrafische Geldanweisung innerhalb Estlands.
Der Beleg zeigt eine telegrafische Geldanweisung über 7.000 Marka von Narva 6.10.2026 nach Tartu.
Die Gebühr betrug für die Geldanweisung 10 Marka als Grundbetrag zuzüglich 35 Marka für den Überweisungbetrag von 7.000 Marka, für das Telegramm ein Grundbetrag von 40 Marka zuzüglich 60 Marka (roter handschriftlicher Vermerk) und für die Zustellung ins Haus (blauer handschriftlicher Vermerk) 42 Marka, gesamt 187 Marka.
Thomas Löbbering berichtete noch: Ahto Tanner bereitet ein Buch über die OtepääÜberdrucke vor, das eventuell nicht nur nur in estnischer, sondern auch in englischer Sprache erscheinen wird und hierzulande auf grosses Interesse stossen dürfte.
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Spezielles Thema: noch keines
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