Entstanden aus: Arbeitsgemeinschaft Estland e.V. + Forschungsgemeinschaft Lettland + Forschungsgemeinschaft Litauen e.V. + Nederlandse Filatelistengroep "Het Baltische Gebied"
Die Artikel über Wertbriefe aus Estland und Lettland in der BALTIKUM Nr. 20 / 2025 veranlassten Michael Wieneke, in seinen Beständen auch nach Wertbriefen aus Litauen zu schauen. Und siehe da, er wurde fündig:
Hier ein Beispiel: Wertbrief von September 1939 in die Niederlande, Gewicht 17 gr, Wertangabe: 7.500 Litas = 3.750 Goldfranken.
Der Brief ist mit 14,45 Litas freigemacht. Bei einem Brief der 1. Gewichtsstufe beträgt das Porto 0,60 Litas Briefgebühr + 0,60 Litas für das Einschreiben. Für den Versicherungswert von 7500 Litas wurden 12,45 Litas (0,25 Litas je 100 Litas Versicherungswert) berechnet. Ob das restliche Porto für den Siegellack und die Siegelung anfiel, ist unbestimmt. Literatur dazu lag nicht vor.
Die Website des verstorbenen Sammlerkollegen Sijtze Reurich aus den Niederlanden ist offline; die ArGe Baltikum wird sich bemühen, die dort gesammelten Informationen zu den Postgebühren zu erhalten.
Für die Fortführung der Stempelnummerierung von Wolfgang Strobel in Bezug auf die Displaced Persons Mail der Britischen Zone wurde Friedhelm Doell empfohlen, eine eigene Nummerierung (mit Bezug auf die Strobel-Nummerierung) zu definieren.
Olaf Hoffmann zeigte einige besondere Neuererwerbungen, u.a. Westarmee-Überdrucke und Belege der Dt. Besetzung in Lettland im 2. Weltkrieg. Eine Ganzsache mit 1.000 Kopeken = 10 Rubeln Handstempel-Werteindrucken aus dem September 1991 für einen Auslandsbrief in die USA zeigt die rasch gestiegenen Postgebühren in Lettland nach Wiedererlangung der Unabhängigkeit und vor der Einführung einer eigenen Währung.
Unser monatlicher Videochat, bei dem jede/r mit Interesse an der Philatelie des Baltiums herzlich willkommen ist, findet normalerweise an jedem ersten Samstag im Monat um 17 h MEZ statt (mehr technische Informationen dazu hier).
Spezielles Thema: unter anderem wird Olaf Hoffmann von der Weltausstellung in Dubai (4.6.2.2026) berichten
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Nach einem netten Neujahrsgeplauder zeigte Olaf Hoffmann einige seiner Neuerwerbungen. Neben einem Beleg von einem Ort imt direktem Verwandschaftsbezug (zu dem zukünftig etwas veröffentlicht werden soll) fand u. a. ein Brief des schweizerischen Generalkonsulats von Riga in die Schweiz Interesse. Nach offiziellen Quellen gab es dort bis 1940 ein Konsulat in Riga (aber kein Generalkonsulat). Der rückseitige Stempel belegt jedoch ein solches.
Brief der mit Maschinenschrift in Generalkonsulat geänderten Vertretung der Schweiz in Riga vom 3.11.1938, unten der rückseitige Absenderstempel.
Friedhelm Doell zeigte einige Bankenbriefe aus Estland. Die estnische Staatsbank "Eesti Pank" hatte im Inland wie staatliche Behörden sonst auch das Privileg der Portofreiheit, musste aber die Brief in Listen führen, deren Nummern links unten auf der Umschlagvorderseite zu schreiben waren. Ins Ausland musste jeder Brief der Eesti Pank jedoch frankiert werden.
Andere Banken mussten im Gegensatz zur Eesti Pank jeden Brief, auch im Inland, freimachen.
Brief der Eesti Pank vom 21.VIII.1928, nach der Währungsumstellung von Mark und Penni auf Kroon und Senti, an die "Federal Reserve", die US-amerikanische Zentralbank, und dort an die Bibliothek des "Board of Governors", des 7-köpfigen Vorstands. Diese ist in Washington D.C. angesiedelt; der Brief kam trotz falscher Schreibung des Ortsnamens (mit "deutsch gesprochenem sch") und fehlender Landesbezeichnung aber wohlbehalten dort an.
Die in Tallinn geführten Börsenkurse wurden regelmäßig an andere Nationalbanken gesandt und dort dokumentiert. Da diese Kurse vielfach versandt wurden, wurden sie gedruckt, was auch der Versand als Drucksache ("Trükitöö") belegt.
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Spezielles Thema: noch keines
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Nach Informationen zur fertig gestellten BALTIKUM 20, die gerade im Druck ist, zeigte Olaf Hoffmann einige bei der Auflösung eines Postamtes in private Hände gelangte Poststempel (siehe Bild).
Privat angebotener Stempel aus Schrozberg (Nähe Bad Mergentheim (D) Abstempelungen sind damit nicht mehr prüfbar, da ihre zeitgemäße Verwendung nicht nachgewiesen werden kann!
Die Unterschiede von US-amerikanischen Experten mit Anerkennung durch den amerikanischen Verband und BPP-Prüfern wurde anhand der erforderlichen Prüfsammlung und des zur Zulassung zu präsentierenden Gerätebestandes erlätert.
Einige Briefe aus den baltischen Ländern wurden gezeigt, darunter die abgebildete Postkarte aus Mõisaküla (Estland) nach Nischni Nowgorod (Sowjetunion, 19321990 genannt Gorki) aus dem Jahr 1931.
Besonders interessant ist die sprachliche Mischung: Absenderstempel eines Mitglieds der internationalen Sammlervereinigung "Liechtenstein" auf deutsch (die Eisenbahnsägerei war wohl die Abteilung, die Schwellen und auch Gebäude der Bahn herstellte) mit estnischem Landesnamen und Anschrift auf russisch.
Postkarte nach Nischni Nowgorod
Fragen zu einem Beleg aus dem Kurland-Kessel konnten nur dahingehend beantwortet werden, dass dazu der Experte Wilhelm van Loo befragt werden sollte, dessen Buch über den "Postverkehr Kurland (19441945)" (siehe auch die Literaturangaben in diesem Web unter "Handbücher Lettland") als einschlägige Fachliteratur gilt.
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Spezielles Thema: noch keines
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