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Litauen

  • Königlich polnische Post

    Großfürstentum Litauen bis 1569

    Eine erste Erwähnung Litauens findet sich in den Quedlinburger Annalen des Jahres 1009. Deshalb feierte der litauische Staat 2009 sein tausendjähriges Bestehen. Der Sieg über den Livländischen Orden in der Schlacht bei Schaulen (Šiauliai) 1236 sicherte Litauen zunächst die Unabhängigkeit.

    Karte des Territoriums Litauens im 13. bis 15. Jahrhundert

    Das Territorium Litauens im 13. bis 15. Jahrhundert
    Quelle: Vilniaus universiteto Kartografijos centras (Hg.) 2001: Lietuvos istorijos atlasas, Seite 5 (deutsche Legende hinzugefügt)


    Eine Hochzeit veränderte 1385 die Geschichte Europas

    Als mit dem Tod des polnischen Königs Kasimir das Herrscherhaus der Piasten in der Hauptlinie erloschen war, heiratete der litauische Großfürst Jogaila die polnische Königin Jadwiga (Hedwig) und bestieg als Wladislaw II. den polnischen Thron. Diese Union von Krėva begründete die Personalunion beider Staaten und die Christianisierung Litauens. Es entstand der zeitweilig größte Flächenstaat Europas.

    Wappen der Polnisch-Litauischen
    Union
    Quelle:
    Wikimedia


    Postwesen

    Ein erster privater Postdienst ist für 1387 verbürgt, als Kaufleute einen berittenen Kurierdienst einrichteten. Das Postaufkommen blieb zunächst gering und beschränkte sich fast ausschließlich auf Kaufleute, Klerus, Adel und Königshaus.

    Am 17. Oktober 1558 wies der polnische König Sigismund II. August den in Krakau lebenden venezianischen Kaufmann Prospero Provano an, einen Postdienst in Polen zu organisieren. Dies ist der urkundliche Beginn des königlichen Postwesens auf dem Gebiet der Polnisch-Litauischen Union, welches die bis dahin existierenden privaten Dienste vereinheitlichen und eine „öffentliche“ Post begründen sollte.

    Dies gelang jedoch zunächst nur unvollkommen. Zwischen dem 16. Und 18. Jahrhundert vergab das Königshaus wechselnde Postlehen, ohne dass es gelang, ein dauerhaftes und nachhaltiges Postwesen zu etablieren. So wechselten sich das Haus Thurn und Taxis, italienische, schwedische und sächsischer „Generalpostmeister“ in kurzer Folge ab. Lediglich die Postversorgung des Königshauses funktionierte leidlich.


    Polen-Litauen 1569 bis 1795

    Kurz vor dem Aussterben der Jagiellonen-Dynastie fand mit der Union von Lublin 1569 die staatliche Vereinigung Litauens mit Polen statt. Aus der Personalunion in der Person des gemeinsamen Staatsoberhauptes wurde die Realunion beider Staaten: Polen-Litauen wurde zur „Adelsrepublik“ und Wahlmonarchie. Dies zeigt sich in dem offiziellen Titel Rzeczpospolita Korony Polskiej i Wielkiego Księstwa Litewskiego (Königliche Republik der polnischen Krone und des Großfürstentums Litauen).

    Nach dem Tod eines Königs versammelten sich die Adeligen und wählten einen neuen König. Die reale Macht im Land gelangte so zunehmend in die Hände der Adeligen.

    Zahlreiche Kriege sowie innere Unruhen überforderten die polnische Adelsrepublik, so dass viele Gebiete an der Ostsee an Schweden und weite Teile Osteuropas an Russland verloren gingen.

    Karte Die Teilungen Polens im 18. Jahrhundert

    Die drei Teilungen Polens im 18. Jahrhundert
    Quelle: Putzger, F.W. 1978: Historischer Weltatlas. 99. Auflage. Seite 116.

    In drei Teilungen 1772, 1793 und 1795 beendeten die Nachbarn Russland, Österreich und Preußen schließlich die staatliche Existenz der Adelsrepublik. Polen und Litauen erstanden erst 1918 wieder als nunmehr unabhängige Staaten.


    Postwesen

    Unter König Stefan Bátory führte Polen-Litauen 1583 als erster Staat in Europa ein einheitliches gewichtsabhängiges Porto von 4 Groszy für 1 Łut (4 Groschen für 1 polnisches Lot zu 12,66 Gramm) unabhängig von der Entfernung innerhalb Polens ein.

    Unter der Regentschaft August des Starken (reg. 1697–1733 mit Unterbrechung 1705–1710) wurden die Postrouten besser überwacht als zuvor. Durch Aufstellung sogenannter „sächsischer Meilensteine“ alle 4,5 km entlang wichtiger Postrouten erreichte man eine eindeutige Festlegung der Wege und eine bessere Abschätzung der Entfernungen. Eine sächsische Meile entsprach 9.062,08 m bzw. 2 Wegstunden. Die auf den Distanzsäulen in Stunden angegebenen „Reisezeiten“ sind also mit 0,5 multipliziert Entfernungsangaben in Meilen bzw. mit 4,5 multipliziert Entfernungsangaben in Kilometern.

    1748_Brief_aus_Vilnius

    Brief vom Februar 1748 aus Vilnius nach Ditvą (heute Weißrussland)
    Quelle: Bubnys, Vygintas & Normantiene, Julija 2014: Paštas Lietuvoje iki 1918 metu. 1 Knyga, Vilnius. Seite 20.

    Prachtbrief von 1722 an August den Starken

    Prachtbrief von 1722 an August den Starken
    Quelle: Doniela, Vytautas: Lithuania – Royal Mail 1697–1765. In: Lithaunian Philetelic Society Journal No. 244, Seite 5

    1701 wurde mit Russland ein Postübergabe-Vertrag geschlossen. Das Postaufkommen muss nach wie vor gering gewesen sein. So bediente ein regelmäßiger Dienst die Route Warschau-Vilnius Anfang des 18. Jahrhunderts nur alle 14 Tage.

    Im (17. und) 18. Jahrhundert wurden verschiedene Poststempel eingeführt:

    Poststempel_polnische_Zeit

    Grodno (1785–1793)

    Poststempel_polnische_Zeit

    Merkinė (1786–1789)

    Poststempel_polnische_Zeit

    Mitau (1783)

    Poststempel_polnische_Zeit

    Prienai (1789–1793)

    Polnische Rundstempel mit verschiedenen Kronen und Posthorn aus dem damals litauischen Gebiet (Ausnahme: Mitau / Kurland). Quelle: Bubnys, Vygintas & Normantiene, Julija 2014: Paštas Lietuvoje iki 1918 metu. 1 Knyga, Vilnius. Seite 23.

    1795 verschwand Polen-Litauen für 123 Jahre von der Landkarte Europas und neue Herren übernahmen die Postdienste.

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