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Lettland

  • Kurland, Semgallen, Lettgallen

  • Königlich Schwedische Post

  • Kaiserlich Russiche Post

  • Deutsche Besetzung / Ob. Ost

    Ab April 1915 rückten deutsche Verbände allmählich von Süd nach Nord entlang der Ostseeküste vor. Die Hafenstadt Libau (Liepāja) fiel am 8. Mai 1915 und die kurländische Hauptstadt Mitau (Jelgava) am 1. August. Im November wurde die Düna– (Daugava–) Linie erreicht.

    Postkarte 1915 deutsche Artillerie in Libau

    Ansichtskarte "Deutsche Artillerie in den Straßen Libaus", 1915

    Erst Anfang September 1917 gelang deutschen Kräften der Übergang über die Düna und Riga wurde eingenommen. Inzwischen hatte in Russland der Zar im März 1916 abgedankt und es war eine provisorische Regierung gebildet worden. Im Oktober 1917 ergriffen die Bolschewiki die Macht, welche dem Friedensschluss mit Deutschland Vorrang einräumten.

    Am 15. Dezember 1917 wurde zwischen den Mittelmächten und der Sowjetregierung ein Waffenstillstand geschlossen. Nach der Nichtverlängerung des Waffenstillstandes durch die Sowjetregierung nahmen die deutschen Truppen am 19. Februar 1918 erneut ihren Vormarsch auf und drangen weiter nach Norden vor.

    Die spätere estnisch-lettische Grenzstadt Walk (Valk) wurde bereits am 22. Februar 1918 erreicht und weite Teile des späteren Estland bis zum 24. Februar besetzt. Damit war das ganze Territorium der späteren Republik Lettland in deutschen Händen. Unter diesem Druck unterzeichneten die Sowjets am 3. März den Friedensvertrag von Brest-Litowsk.


    Postgebiet des Oberbefehlshabers Ost

    Feldpostkarte 1915 von Libau nach Berlin

    Portofreie Feldpostkarte mit Dienststempel “Abt. für Wassertransporte des Gouvernements Libau” befördert über Feldpoststation Nr. 168 in Libau (Liepāja) nach Berlin-Tempelhof, 1915

    Das Verwaltungsgebiet des Oberbefehlshabers Ost der deutschen Armee kennen wir postalisch unter den Namen "Postgebiet Ob. Ost". Die vorrückenden deutschen Truppen richteten zunächst nur die Deutsche Feldpost zur Nutzung durch deutsche Militärangehörige ein. Erst danach wurden nach und nach für die einheimische Zivilbevölkerung sogenannte „Landespostämter“ eingerichtet, die ersten am. 15. Januar 1916 in Kurland (Kurzeme), in Riga am 22. Oktober 1917 und im übrigen Livland am 1. Mai 1918.

    Während einige deutsche Postämter in Kurland fast drei Jahre geöffnet waren, beschränkte sich die Öffnungszeit der meisten livländischen Postämter auf etwa siebeneinhalb Monate.

    Für die Freimachung von Postsachen wurde ein Satz von insgesamt 12 deutschen Germaniamarken mit Aufdruck “Postgebiet Ob. Ost” überdruckt und an den Schaltern der Landespostämter herausgegeben.

    Alle Post unterlag der Zensur. Briefe und Karten, die innerhalb des Postgebiets Ob. Ost (auf dem Gebiet der späteren Republik Lettland) blieben, wurden den Postüberwachungsstellen in Libau (Liepāja), Mitau (Jelgava), Riga oder Wenden (Cēsis) zugeführt.

    Postkarte mit Zensur 1918 von Hasenpoth nach Libau

    Ganzsachenpostkarte von HASENPOTH (Aizpute) nach LIBAU (Liepāja) mit Zensurstempel L im Kreis der Postüberwachungsstelle Libau, 1918

    Im Waffenstillstandsvertrag von Brest–Litowsk von 15. Dezember 1917 wurde auch der Austausch von Nachrichten, Zeitungen und Postkarten vereinbart. Dieser Austausch durch die Fronten fand an durch weiße Flaggen gekennzeichneten Verkehrsstellen statt, z.B. an der Chaussee Riga–Wenden–Walk (Rigā–Cēsis–Valka). Durch die Nichtverlängerung des Waffenstillstandes wurde dieser provisorische Postaustausch am 18. Februar 1918 zunächst unterbrochen und erst nach Abschluss des Friedensvertrages von Brest-Litowsk wieder aufgenommen.

    Zwei Perioden des Postaustausches sind zu unterscheiden:

    1. Periode: 17.12.1917–18.02.1918, u.a. über die zuvor beschriebene Chaussee

    2. Periode: 12.06.1918–12.11.1918 (vereinzelt später; Aufkündigung in Brest–Litowsk durch die Sowjets am 23.11.1918)

    Postkarte 1918 von Riga nach Stackeln

    Postkarte von RIGA nach STACKELN (später Staicele in Lettland) im Gouvernement Livland, Russland (18.–24. Januar). Die Karte wurde an der Verkehrsstelle “Libek” an der Chaussee Riga – Wenden an die russische Post übergeben, 1918

    Mit Abschluss des Friedensvertrages von Brest–Litowsk am 3.3.1918 wurde der diplomatische Postaustausch Deutschland–Russland wieder aufgenommen; natürlich nicht mehr an der oben beschriebenen Chaussee, da das gesamte Baltikum mittlerweiile deutsch besetzt war. Der zivile Postaustausch für die einheimische Bevölkerung über die Ober. Ost Landespostämter wurde erst wieder ab 12.06.1918 möglich.

    Der offizielle letzte Arbeitstag der zivilen deutschen Post auf dem Gebiet der inzwischen proklamierten Republik Lettland war der Freitag, der 26. Dezember 1918. Die interne Postbearbeitung endete aber nicht am 26.12.1918 (siehe z.B. der nachfolgende Beleg).

    Brief 1918 von Riga nach Berlin

    Am 19. Dezember 1918 aus RIGA abgeschickter Einschreibebrief nach BERLIN. Weil der Brief unzustellbar war, wurde er am 23.12. nach Riga zurückgeschickt und dort am 27. Dezember mit einem Ankunftsstempel versehen.

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